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Projekte

Gartenarbeit mit dem Spaten
Themenentwicklung

 Themenentwicklung

Ein Einblick in meine Arbeitsweise. 

Die Aufgabe 

​Beginnend ab Herbst 2022 erarbeitet ich das Thema Klimagerechtigkeit für die Bundesebene des Familienbunds der Katholiken. Dabei sollten auf Beschluss der Mitglieder die Wirkungen von Klimawandel und Klimapolitik auf Familien betrachtet werden und möglichst innerhalb eines Jahres ein vom Gesamtverband getragenes Positionspapier entstehen.

Meine Rolle

Als Referentin des Verbands übernahm ich die Themenerarbeitung sowie die Koordination der neu gegründeten Arbeitsgruppe 'Familie und Klimagerechtigkeit". Dazu gehörte die inhaltliche wie organisatorische Steuerung des Arbeitsprozesses, von der Planung der Treffen über die Anregung von Themen und Diskussionen, die Anknüpfung an aktuelle wissenschaftliche und politische Entwicklungen bis hin zur Sicherung und Umsetzung von Ergebnissen. Dabei entstanden sowohl neue Methoden der innerverbandlichen Zusammenarbeit wie auch neue Netzwerke, sichtbare öffentliche Beiträge und gemeinsame Verbandspositionen.  

Ergebnisse und Learnings

Zeitnah und mit den begrenzten Bordmitteln einer NGO sind neben umfassenden inhaltlichen Positionen neue Netzwerke, Arbeitsformate und Austauschmöglichkeiten entstanden. Gleichzeitig ist deutlich geworden, dass es neben persönlichem Engagement Einzelner die Anbindung an vorhandene Strukturen braucht, um aus dem neuen ein gleichberechtigtes Thema der politischen Verbandsarbeit zu machen. 

Diskussion vor Position

Ein erstes Positionspapier entstand wie angestrebt nach einem Jahr. Allerdings trafen die erarbeiteten Forderungen teils auf große Skepsis am Thema insgesamt. Die AG entschied sich deshalb gegen eine Abstimmung und für einen zweiten, noch offeneren Beteiligungsprozess. Mit Verzug, aber mit breiter Zustimmung, auch von zuvor kritischen Stimmen, konnten die Positionen dadurch im Kern unverändert verabschiedet werden. Gleichzeitig berichtete die AG seitdem regelmäßig zum Arbeitsstand, um die Transparenz zu erhöhen und zusätzliche Gelegenheiten zur Meinungsbildung und Mitwirkung am Thema zu geben.

Eine Stimme finden

Der familienpolitische Fokus lag zunächst auf jungen und kommenden Generationen sowie auf Familien mit kleinem oder fehlendem Einkommen. Wenig später rückte die eingeschränkte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Familien in den Blick: sie versorgen mit ihrem Einkommen in der Regel mehrere Personen, so dass ihr Haushaltseinkommen anders zu bewerten ist als das von Alleinstehenden. Im Verlauf der inhaltlichen Auseinandersetzung zeigte sich, dass es erneut die Sorgeverantwortung ist, die eine gesonderte Betrachtung von Familien nötig macht: sie begünstigt die Zukunftsorientierung, erhöht den Kontakt zu vulnerablen Personengruppen (wie Kleinkinder, alte Menschen, Schwangere) und führt allgemein zu Einschränkungen bei Ressourcen und Resilienz gegenüber Klimawandel und klimapolitischer Maßnahmen. Parallel entstehen durch eine generationenübergreifende Sorge  besondere Bedarfe für die Gestaltung nachhaltiger Alternativen. 

Kooperation fördert Ideen 

Die Ansprache und der Kontakt zu weiteren Akteuren im Nahfeld des Familienbunds ermöglichte ein erstes kleines, aber tragfähiges Netzwerk. Aus der ökumenischen Kooperation zum Thema entstand ein regelmäßiger fachlicher Austausch sowie eine gemeinsame Online-Veranstaltungsreihe zu familienpolitischen Aspekten der Klimawende. Dadurch wurde ein gemeinsamer Beitrag mit expliziter Familienperspektive zum Klimaschutzprogramm möglich. Parallel erprobte die AG selbst neue digitale Instrumente der Zusammenarbeit. Auch wenn nicht alles Bestand hatte, sind wertvolle Erfahrungen auch für andere Verbandsbereiche entstanden. 

Bleibende Strukturen schaffen

Die AG entwickelte sich zur zentralen Plattform für den Austausch über sozial- und familienpolitische Aspekte der Klimapolitik und übernahm  eine Vorreiterrolle im Verband. Künftig muss es darum gehen, die thematischen Diskussionen, hilfreiche neue Arbeitsmethoden und die erworbene Expertise vom Engagement der AG-Mitglieder unabhängiger zu machen und in bestehende Gremien, Strukturen und verwandte Themen einzubinden, um die Auseinandersetzung zu verstetigen.​

Der Arbeitsprozess

​Im Zentrum stand vor allem die Frage nach den relevanten Schnittstellen von Familien- und Nachhaltigkeitspolitik. Was ist der Mehrwert eines Familienverbands beim Thema Nachhaltigkeit? Und wie muss die Besonderheit von Familie in der Klimapolitik berücksichtigt werden? Parallel zu meiner eigenen Themenerarbeitung rief ich, in Rücksprache mit der Verbandsleitung, eine verbandsinterne Arbeitsgruppe ins Leben. Damit verbunden waren die Ziele: a) die verschiedenen Ebenen des Verbands bei der Themenentwicklung zu beteiligen, statt die Ergebnisse top-down vorzugeben, b) unterschiedliches Vorwissen, Ideen, Erfahrungen und Interessen nutzbar zu machen und c) die Erarbeitung des bisher unbekannten Themas auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Arbeitsgruppe traf sich 4-5 mal im Jahr im Plenum, überwiegend digital. Für mehr Effektivität richteten wir zusätzlich thematische begrenzte Kleingruppen ein, die zwischendurch eigenverantwortlich zusammen kamen. Dabei verantwortete ich die Gruppen zu familienpolitischen Anknüpfungspunkten sowie zur sozialen Gestaltung von Klimamaßnahmen. Für den Gewinn von Fachexpertise über das persönliche Vorwissen aller Beteiligten hinaus recherchierte und sammelte ich parallel zu meinen sonstigen Arbeitsaufgaben relevante Studien, Artikel und Material und stellte sie erstmals in einem für alle Verbandsebenen zugänglichen Materialspeicher zur Verfügung.  Zur Positionsfindung und Vernetzung besuchte ich relevante wissenschaftliche und politiknahe Veranstaltungen. Parallel knüpfte ich Kontakte zu Verbänden und Personen im Nahfeld, die bereits zum Thema Klimagerechtigkeit aktiv waren. Beide Schritte boten immer wieder Gelegenheit, an wichtigen Beratungs- und Hintergrundgesprächen teilzunehmen bzw. aktuelle thematische Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen. Insgesamt übernahm ich die Aufgabe, die Ideen zu bündeln, zusammenzuführen sowie Arbeitsziele mit der Gruppe zu definieren und anzupassen bzw. fortzuschreiben.

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